AUSBLICK

 

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Notgeld aus Geldnot

 

 

 

Unter diesem Motto zeigt der Verein Historisches Nottuln e.V. während des Martinimarktes am 10. und 11.November 2019 in der Alten Amtmannei in Nottuln eine interessante Ausstellung dieser historischen Geldscheine und Münzen aus der Zeit des ersten Weltkrieges und der folgenden Inflation.

 

 

Mit dem Beginn des 1. Weltkrieges am 28. September 1914 benötigte das preußische Heer kriegswichtiges Metall zur Herstellung von Waffen und Munition. So begann der Staat Nickel- und Kupfermünzen aus dem Verkehr zu ziehen, was alsbald zu einem Kleingeldmangel in der Bevölkerung führte. Außerdem begann die Reichsbank Gold- und Silbermünzen zur Finanzierung des Krieges einzuziehen. Aber auch Privatpersonen wurden aufgefordert, Goldmünzen zu spenden. Sie erhielten dafür dann eine Ehrennadel aus Eisen mit der Prägung „Gold gab ich zur Wehr, Eisen nahm ich zur Ehr“.

 

In einer Art Selbsthilfe stellten deshalb Städte und Gemeinden, Privatunternehmen, Geschäftsleute, Gastwirte, Vereine, ja sogar im weiteren Verlauf des Krieges Kegelclubs und sogar Privatpersonen „Ersatzwertzeichen“ her. („Nur in meinem Hause gültig“)

 

Anfangs ersetzten diese Ersatzgeldscheine auch in schlichter Form die fehlenden Kleingeldmünzen. Doch mehr und mehr wurden diese Kuriositäten gesammelt und dem Einfallsreichtum der Herausgeber waren keine Grenzen gesetzt. Die Scheine, die anfangs aus Pappe oder Papier bestanden und immer bunter wurden, erschienen in einigen Städten auch aus Seide, Leinen, Jute, Samt und sogar aus Leder und Holz. Auch Münzen, anfangs aus Aluminium erschienen in einigen Regionen aus Bakelit, gepresstem Kohlenstaub, Steingut und Porzellan.

 

 

 

Liebevoll gestaltet geben die Scheinchen mit Nennwerten von 1 Pfennig bis zu 3 oder 5 Mark zumeist auf ihren Rückseiten Ortsgeschichte, Geschehnisse, Scherenschnitte, kunstvolle Zeichnungen oder humorvolle Gedichte zumeist in plattdeutscher Sprache wieder.

 

Mit dem Ende des ersten Weltkrieges und der beginnenden Inflation mit immer weiter steigenden Löhnen, Gehältern und Preisen wurde der Geldbedarf des Reiches von Woche zu Woche, von Tag zu Tag und  ab 1922 von Stunde zu Stunde  immer größer.

 

So bittet zum Beispiel die Sparkasse in Coesfeld die Landesbank selbst Geld drucken zu dürfen, da, wenn der Lehrling abends mit dem Zug nach Münster führe, um Geldnachschub zu holen, dieses am Morgen schon nichts mehr wert sei.

 

Und da begann die Zeit der echten Geldnot und Notgeld, sowie Reichsgeld wurde rund um die Uhr in ca. 130 Druckereien Deutschlands in riesigen Mengen hergestellt.

 

Friedhelm Becker aus Coesfeld, Sammler dieser Kuriositäten zeigt eine kleine Auswahl seiner Schätzchen und ist an allen Tagen Ansprechpartner für Interessierte.

 

 

 (Bericht und Fotos der Exponate von Friedhelm Becker aus Coesfeld)

 

Hinweis: Über die Notgeldgeschichte und Geschichten auf Notgeldscheinen steht auch in der aktuellen Ausgabe (August 2019) der Broschüre "Blickpunkt", Magazin zur Kultur, Geschichte und Freizeit im Westmünsterland ein informativer Bericht.

 

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Cafe´ und Ausstellung zum Thema Notgeld und Geschichten auf Notgeldscheinen in der Alten Amtmannei in Nottuln                           am Sonntag 10.  und  Montag 11. November 2019

Alte Amtmannei am Kastanienplatz

 

 

 

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Für den Historischen Verein meist in preußischer Uniform unterwegs und in Zivil kaum zu erkennen,

der Sammler Friedhelm Becker aus Coesfeld

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Vereinsversammlung der Mitglieder von Historisches Nottuln e.V.

 

Termin und Programm folgt.

 

 

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Das Projekt "Zentrum für Frauengeschichte"

Wie bereits in der Presse berichtet, engagiert sich der Historische Verein Nottuln, unter anderem im Rahmen der Gestaltung des historischen Ortskerns, für ein ganz besonderes Projekt: der Einrichtung eines Zentrums/Museums für Frauengeschichte . Angesichts der beinahe tausend Jahre, in denen Nottuln durch Frauen, nämlich den Äbtissinnen des Stifts, regiert wurde, würde zumindest der geschichtliche Hintergrund für eine solche Einrichtung in idealer Weise vorhanden sein. Im Rahmen der Projektvorbereitungen hat der Verein vielfache Kontakte zu bereits bestehenden Einrichtungen/Museen und deren Trägern, aber auch zu Fachleuten für Fragen der Gestaltung solcher Vorhaben, aufgenommen.